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Endrunde zur Landesmeisterschaft NRW07.12.2017
Fußball von Bastian Hohmann
Wir haben echt alles gegeben!

Bei der Endrunde zur Landesmeisterschaft NRW stand der größte Erfolg der MSV Moers Caritas Kickers schon vor dem Anstoss fest: erste und zweite Mannschaften hatten sich in den spannenden Vorrunden in ihren Leistungsklassen für dieses besondere Turnier qualifiziert. Das hatte es zuletzt im Jahre 2013 gegeben. Im weiteren Turnierverlauf gab es dann leider nicht mehr viel Grund zum Jubeln. Am besten erwischte es noch die zweite Mannschaft mit Platz 3 in der Regionalliga 4. Die Caritas Kickers 1 mußten sich in der Regionalliga 1 mit dem 4. Platz begnügen.
Der Behinderten- und Rehabilitationssportverband NRW (BRSNW) hatte zum wichtigen Meisterschaftsturnier nach Köln eingeladen. Aus den Bezirken Westfalen, Rheinland und Ruhrgebiet kamen die bestplatzierten Teams, um den NRW-Meister zu ermitteln.
Die Wettervorhersage ließ Regen erwarten, doch diese Prognose erwies sich als falsch: es blieb den ganzen Tag über trocken. Leider trafen auch die großen sportlichen Erwartungen der Caritas Kickers 2 nicht ein. Nach dem fulminaten Turniersieg in Dortmund, bei dem alle Spiele ohne Gegentor gewonnen wurden, fühlte sich das Team als Mitfavorit. Doch schon im Vorfeld fielen drei Leistungsträger aus und das Trainer-Trio Michael Lehmkuhl, Pascal Schulte und Dirk Ströter hatte seine liebe Müh' und Not eine schlagkräftige Truppe auf's Feld zu schicken. Besonders die Abwehr bereitete Kopfzerbrechen, denn die besagten drei Ausfälle waren allesamt Abwehrspieler. Also wurde die Devise ausgegeben: egal, wieviel Tore wir kassieren, wir schießen einfach eins mehr als die anderen!
Im ersten Spiel klappte diese Taktik hervorragend: 2:0 gewannen die Meerbecker gegen die Lebenshilfe Bochum. Torwart Georg Breumann wurde einige Male geprüft, aber vorne machten Alexander Noch und Benjamin Holstein mit ihren Toren die wichtigen drei Punkte für die Caritas Kickers klar. Doch schon im zweiten Spiel setzte es eine 0:4-Schlappe gegen den späteren Meister des VfB Langenfeld. „Da hatten wir nichts zu bestellen. Die sind über uns hinweggerauscht, wie ein Sturmtief. Unser Torwart hat noch Schlimmeres verhütet,“ sagte Kapitän André Noeske. Es folgte ein kampfloses 2:0 über die Lübbecker Werkstätten, da diese nicht angereist waren. Im Spiel gegen Integra Bielefeld reichte es nur zu einem 0:0 und so ging es in der letzten Begegnung gegen GoG Krefeld um den Vize-Meister-Titel. Der war nur mit einem Sieg machbar. Zwar brachte Alexander Noch das Moerser Team in Führung, aber Krefeld konnte ausgleichen und trotz bester Chancen für die Caritas Kickers blieb es beim Unentschieden. Trotzdem war den Sprung auf das Sieger-Treppchen geschafft: der dritte Platz wurde ausgiebig gefeiert – schließlich hatte man nur ein Spiel verloren.
Grund zum Feiern hatte die erste Mannschaft der Caritas Kickers wenig. Auch hier fehlten zwei wichtige Stammspieler – einer hatte morgens gar verschlafen und kam nicht zum Treffpunkt. Somit trat das Team in Minimalbesetzung an und hatte keinen Auswechselspieler zur Verfügung. Die Chancen für einen sportlichen Erfolg waren ziemlich schlecht. Zwar gewannen die MSV-Fußballer direkt zu Beginn drei Punkte, weil die Caritas Oberhausen nicht angereist war. Doch dann gab es ein 0:1 gegen SC Borussia Hohenlind-Lindenthal Köln und im Anschluß ein 0:2 gegen VSR Willich. Torwart Tim Kuta war nicht zu beneiden und die Hoffnung auf eine gute Platzierung mußte wie befürchtet schon frühzeitig begraben werden. „Das waren schon echt starke Teams. Auch in Bestbesetzung wäre es heute sehr schwer für uns geworden. Manchmal muß man einfach einsehen, dass die anderen besser sind – auch wenn wir echt alles gegeben haben,“ zeigte sich Spielmacher Raffael „BR7“ Bono ganz als fairer Sportsmann. Dennoch taten die Niederlagen weh und andauernd verlieren macht keinen Spass: die Caritas Kickers wollten es besser machen. Das gelang endlich im Match gegen die Mannschaft von Westfalenfleiß Münster. In einem spannenden Spiel auf Augenhöhe gelang Sven Ignatovic das goldene Tor und die Meerbecker Auswahl gewann knapp, aber verdient mit 1:0.
Das blieb für die erste Mannschaft leider der einzige Sieg an diesem Tag: in der letzten Begegnung gegen den späteren Meister in der Regio 1 stand es am Ende 2:0 für die WfB Hamm. Besonders schlimmes Pech: in einem fairen Zweikampf stürzte Torjäger Salah Affani unglücklich zu Boden und verletzte sich schwer an der Hand. Er konnte nicht mehr spielen und mußte im Krankenhaus behandelt werden. Diese Niederlage im letzten Spiel tat wortwörtlich doppelt weh. Am Ende stand Rang vier zu Buche und die Caritas Kickers waren froh, nicht noch weitere Verletzungen beklagen zu müssen.
Und auch wenn der ganz große Erfolg bei dieser Endrunde ausblieb, nahmen alle MSV-Fußballer die Medaillen bei der Siegerehrung stolz entgegen – und die zweite Mannschaft ihren Pokal. Überreicht wurden die Trophäen vom ehemaligen Fußballprofi Bernd Cullmann, Weltmeister von 1974 und Europameister von 1980. Eine besondere Ehre für alle Fußballer der MSV Moers Caritas Kickers, die in Köln wirklich weltmeisterlich ihr bestes gegeben hatten.

Text und Fotos: Dirk Ströter

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